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Motorrad-Radio

Einbau eines (Fremd-)Radios in die R1100RT (1997)

Der immense Preis von fast einer Kilomark f├╝r das Originalradio von BMW, das doch immerhin eine ausgebuffte Radio-Kassettenkombination darstellt, hat mich davon abgehalten, mehr als die werkseitige Radiovorbereitung beim Neukauf meiner RT zu bestellen. Nebenbei bemerkt ist das Design des BMW-Radios etwas merkw├╝rden. Die Kn├Âpfe sind (bei normaler, also horizontaler Betrachtung) von oben nach unten beschriftet, wohl weil dieses Radio urspr├╝nglich mal f├╝r die K-Modelle mit Vollverkleidung gebaut wurde, wo das Radio sichtbar bleibt. Das LCD-Display wurde in diesen (Um-) Designprozess aber nicht einbezogen (w├Ąre wohl zu teuer geworden) und ist deshalb mit um 90 Grad gedrehtem Kopf ablesbar...wohl dem, der keine Probleme mit der Halswirbels├Ąule hat.

Die n├Ąchste Generation Motorradradio bei BMW wird wohl von Radio Becker und total anders daher kommen. Kassettenschacht mit Auswurfknopf im Einbauschacht, alles andere an Bedienung, inklusive Anzeige (mit Men├╝f├╝hrung ├╝ber Funktionstasten, wenn┬┤s denn wahr ist) in der in die Verkleidung integrierten Anzeigeeinheit. Der Preis wird sich wohl weit jenseits der 1000 DM-Marke einpendeln (DM 1800 sind im Gerede), daf├╝r ist eine CD-Steuerung eingebaut. (Nachtrag: das neue Becker-Radio ist nach sage und schreibe 4 Jahren endlich zu haben, leider (oder zum Gl├╝ck ?) nur in der neuen K1200 LT).

Das originale Fernbedienteil h├Ątte der H├Ąndler f├╝r 200 DM besorgen k├Ânnen, da ich aber nicht herausbringen konnte, nach welchem Prinzip die Kopplung zum Radio realisiert ist (man kann z.B. mit einer Taste den Suchlauf starten, mit derselben Taste per "Doppelklick" den n├Ąchsten Verkehrsfunksender), habe ich auch davon Abstand genommen.

Auf der Suche nach einem preisg├╝nstigen (ich will ehrlich sein, nach dem billigsten :-) Autoradio mit Tipptastenbedienung, wurde ich nach Durchforstung diverser Kataloge bei V├Âlkner f├╝ndig.

Der Deawoo AKF-4085 R (oder so ├Ąhnlich) ist mit 249 DM plus 9,90 DM f├╝r den (unbedingt notwendigen) Kabelsatz billig, hat Tipptasten f├╝r alle Funktionen und ist hervorragend ausgestattet, wie ich nach Kauf feststellen konnte (hat auch eine CD-Steuerung ;-)).

Die Verteilung der Leistung auf die Ausg├Ąnge (vorn 2x7 W, hinten 2x25 W) legt nahe, die Originallautsprecher in der Verkleidung an die hinteren Ausg├Ąnge anzuschlie├čen. Dazu m├╝ssen an den Kabelsatz erst mal Lautsprecherbuchsen angel├Âtet werden, ich habe die f├╝r vorne gleich weggelassen. Apopos Kabelsatz: Die (Flach-)Stecker f├╝r Spannungsversorgung (Isoliert├╝lle hier nicht vergessen) und Masse, sowie die Verbindung zum Dauerplus f├╝r die Speicher sind ebenfalls noch anzubringen, da alle Leitungen des Kabelsatzes offene Enden haben (Ausnahme die beiden Vorverst├Ąrkerausg├Ąnge die aber nicht ben├Âtigt werden).

Im Radiofach der RT liegen werksseitig eine Antennenleitung und die Anschl├╝sse der beiden Lautsprecher, sowie (├╝ber das Z├╝ndschlo├č geschaltetes) PLUS, Masse und ein Doppelstecker, dessen einer Anschlu├č (messen) Dauerplus f├╝hrt. F├╝r den Dauerplusanschlu├č habe ich eine isolierte Rundsteckverbindung aus dem Modellbau verwendet.

Wenn das Radio nach Anschlu├č dieser Leitungen nicht spielt, keine Panik. Im Elektrikkasten unter der Sitzbank fehlt wahrscheinlich nur die Sicherung Nr. 8. Sicherungen ist auch so ein Thema. Im Stromkreis zum Radio sitzen letztendlich 3 Sicherungen; die unter der Sitzbank (von BMW), eine fliegende Sicherung in der Hauptzuleitung zum Radio (vom Kabelsatz) und im Radio selbst ist auch noch eine eingebaut.

Die eigentliche Herausforderung auf der Suche nach einer preiswerten L├Âsung ist aber nicht der Einbau eines Radios, sondern dessen (Fern-)Bedienung vom Lenker aus.

Wie schon erw├Ąhnt war ich nicht sicher, ob die original Fernbedienung von BMW auch f├╝r ein anderes Radio zu verwenden ist. Dar├╝ber hinaus war ich nicht bereit, fast nochmal das gleiche Geld f├╝r die Fernbedienung auszugeben wie f├╝r das Radio. Also stand Selbstbauen auf dem Programm.

Ich habe bei Conrad 4 quadratische Folientaster (mit je einem Dichtungssatz) gekauft, die den Einbau mit Schutzklasse IP67 (also (Strahl-)wassergesch├╝tzt, afaik) erlauben. Diese Schalter sind auf einem 36 mm breiten, 2 mm starken Alustreifen montiert, der, entsprechend abgewinkelt, die Montage mittels der bereits am Lenker befindlichen M5-Bohrung erlaubt. Das Alublech habe ich etwas l├Ąnger als f├╝r die Taster notwendig gemacht, damit noch eine 5 mm-LED unter den Tastern angeordnet werden kann, die mir anzeigt, ob ich das Radio nicht h├Âre, weil es aus ist, oder ob ich zu schnell fahre :-) (Ma├čskizze folgt) (siehe unten)

Die Verbindung zwischen Radio und Fernbedienung habe ich mit 7-adriger, geschirmter Steuerleitung ausgef├╝hrt. Es h├Ątten f├╝r die reine Bedienung der Tasten "Lautst├Ąrke+", "Lautst├Ąrke-", "Sendersuchlauf up" und "Sendersuchlauf down" 5 Leitungen gereicht, mit der Anzeige-LED waren 6 Leitungen plus Schirm n├Âtig, die  7 waren aber das einzige was ich auf die Schnelle auftreiben konnte. Zus├Ątzlich habe ich noch einen 7poligen DIN-Stecker mit passender Buchse zum "fliegenden" Einbau besorgt, um die Verbindung zwischen Radio und Fernbedienung zum Ausbau des Radios trennen zu k├Ânnen.

Jetzt folgt die Beschreibung des Teils, der einiges an (Fein-)handwerklichem Geschick und Mut zum Verzicht auf Garantieleistungen f├╝r das Radio erfordert.

Um an die Tasten in dem (abnehmbaren) Bedienteil des Radios zu kommen, muss dieses Bedienteil n├Ąmlich ge├Âffnet werden (was in der Bedienungsanleitung ausdr├╝cklich verboten ist).

Wie auch immer... Durch Entfernen von 4 Schrauben auf der R├╝ckseite des Bedienteils und vorsichtigem Aufhebeln der 8 Rastungen rundherum kann der hintere Deckel abgenommen werden und man sieht auf die mit SMD-Bauteilen best├╝ckte Leiterplatte. Dabei braucht man keine Angst davor zu haben dass die Tasten von Federn in alle Richtungen geschossen werden. Alles bleibt an Ort und Stelle.

Mit dem Ohmmeter habe ich die in Frage kommenden Taster (Lautst├Ąrke und Sendersuchlauf) ausgemessen. Die Tasten sind (elektrisch) in einer Matrix angeordnet und werden von einem Microcontroller abgefragt. Mit dem Oszilloskop habe ich diese Signale mal angeschaut, um absch├Ątzen zu k├Ânnen, ob St├Ârungen durch die Verl├Ąngerung  der Tasteranschl├╝sse zu erwarten sind. Die Tasten werden mit ca. 50 Hz abgefragt, die Spannungspegel liegen um 5 V, also problemlos, auch ├╝ber einige Entfernung (Achtung! Ich hatte die notwendige Leitungsl├Ąnge auf etwas unter 1m gesch├Ątzt, sicherheitshalber aber 2 m Leitung gekauft... zum Schluss hatte ich nur noch 20 cm ├╝brig - man versch├Ątzt sich leicht).

Ich habe 5 St├╝ck Schaltlitze (d├╝nn!, ca. 25 cm lang) an die entsprechenden Punkte der Schalter gel├Âtet, durch die viereckige ├ľffnung im R├╝ckteil des Bedienteils unterhalb der Tasten f├╝r schnellen Vor- und R├╝cklauf nach hinten herausgef├╝hrt und das Geh├Ąuse wieder geschlossen. (Skizze der Punkte folgt) (siehe unten)

Nach einigem ├ťberlegen habe ich mich dann entschlossen, die Abnehmbarkeit des Bedienteils zu opfern, da ich keine L├Âsung fand, die mir erlaubt h├Ątte, Steckkontakte zwischen Radiogrundger├Ąt und Bedienteil einzubauen, ohne gr├Â├čere "Umbauten" an den Geh├Ąusen der beiden Teile zu machen. Ich habe dann nur die ├ľffnung im Grundger├Ąt etwas erweitert, durch die die Bet├Ątigung des Kassettenteils erfolgt (schneller Vor- und R├╝cklauf) und habe die 5 Kabel (in einem Schutzschlauch) im Grundger├Ąt in die N├Ąhe des r├╝ckw├Ąrtigen Kombisteckers verlegt. Dort habe ich den Schutzschlauch mit einem Kabelbinder am Kassettenchassis festgelegt. Man kann dadurch das Bedienteil vorsichtig ca. 2 cm abheben, was aber beim Ein- und Ausbau in der RT nicht notwendig ist.

F├╝r die Betriebsanzeige (LED in der Fernbedienung) habe ich die Stelle im Radio gesucht, wo die geschaltete Spannung f├╝r eine Automatikantenne anliegt. Soweit vorbereitet kam der letzte Teil im Radio dran, die Verbindung der neuen Dr├Ąhte zur Au├čenwelt.

Ein ca. 25 cm langes St├╝ck der 7adrigen Steuerleitung habe ich durch eines der reichlich in der R├╝ckseite des Radios vorhandenen L├Âcher gesteckt und ebenfalls mit einem Kabelbinder festgelegt, nachdem ich noch einen Schutzschlauch ├╝bergezogen hatte, da die Kanten des Blechgeh├Ąuses ausgesprochen scharf sind.

Im Radio wurden alle "neuen" Leitungen mit den entsprechenden Farben der Steuerleitung verl├Âtet (aufschreiben!), mit Schrumpfschlauch isoliert und die Schirmung der Steuerleitung auf Masse gelegt. Am ├Ąu├čeren Ende habe ich die Kupplung montiert (H├╝lle und Metallkragen vorher auf das Kabel auff├Ądeln nicht vergessen). Damit konnte das Radio wieder geschlossen werden.

Der Stecker wurde gleichsinnig montiert (noch nicht geschlossene Buchse und offenen Stecker zusammenstecken, dann die Leitungen im Stecker anl├Âten, gleiche Farben an gleichen Pin. Vermeidet Hirnakrobatik beim Versuch, die Nummerierung von "vorne" oder von "hinten" zu entr├Ątseln :-)

Jetzt ein kurzer Test, ob am Ende der Leitung durch ├ťberbr├╝cken der entsprechenden Farben auch die gew├╝nschte Funktion ausgel├Âst wird... geschafft.

Jetzt geht es raus in die Garage zur RT...

Das noch nicht an die (selbstgebaute) Fernbedienung angeschlossene Kabel wird (m├╝hsam) von innen durch die Spritzwassert├╝lle durchgefummelt, durch die auch der Originalkabelbaum der Radiovorbereitung gef├╝hrt wird. Hilfreich ist hierbei, wenn man die Antennenleitung inklusive Gummidurchf├╝hrung vorher ganz aus dem Radiofach herauszieht und den Gummistopfen des Kabelbaumes ebenfalls nach au├čen herausdr├╝ckt. Beide Durchf├╝hrungen (f├╝r Antenne und Kabelbaum, letztere jetzt mit zus├Ątzlichem Kabel f├╝r Fernbedienung) wieder reindr├╝cken. Dann die Steuerleitung in der Verkleidung am Tr├Ąger derselben nach vorne unten, von unten um den Luftleitkanal der "Handw├Ąrmer" herum, danach an den Leitungen zum Lenker entlang zum linken Handgriff f├╝hren. Dabei hin und wieder an strategisch g├╝nstigen Stellen mit Kabelbindern fixieren. Dabei werden etwa 1,5 m Leitung ben├Âtigt!

Die letzte Befestigung findet an der Stelle statt, wo auch die anderen Kabel und Z├╝ge von Hause aus am Alulenker befestigt sind. Der original Kabelbinder muss dazu leider durchgeschnitten werden, was aber den einzigen zerst├Ârerischen Eingriff in BMW-Hardware darstellt.

Das Kabel wird jetzt am Mantel mittels eines Kabelbinders an der Fernbedienung fixiert (hierzu sind zwei L├Âcher vorhanden, siehe Skizze). Jetzt m├╝ssen noch die einzelnen Adern der Steuerleitung an die Taster und die LED der Fernbedienung angel├Âtet (Vorsicht jetzt, keine L├Âtzinnspritzer auf die Verkleidung fallen lassen, w├Ąre doch schade) und nach einem Funktionstest die R├╝ckseite des Alubleches (= Fernbedienung) mit Hei├čkleber versiegelt werden.

Festschrauben und fertig.

Halt, nicht ganz!
Das Radio muss noch in den Radioeinbauschacht eingesetzt werden...

Das erste Mal habe ich dazu den kompletten Innenteil der Verkleidung (Konsole?, eben das Teil wo links die Bordsteckdose und die 3 Schalter eingebaut sind) ausgebaut, da das Radio nicht ohne weiteres an dieser Verkleidung vorbei in den Schacht rutscht. Beim zweiten und dritten Mal habe ich die Verkleidung etwas (heftig) zur Seite gedr├╝ckt und den Einbauschacht ebenfalls etwas (heftig) verbogen, dann passte das Radio auch so. Alle Deformationen waren reversibel, also eigentlich kein Risiko. Muss aber jeder selbst wissen.

Nach Einbau funktioniert alles wunderbar, nur die LED (ich musste nat├╝rlich eine HighPower-Ausf├╝hrung mit enger B├╝ndelung nehmen :-(( blendet pervers, weil sie genau auf das linke Auge zielt. Au├čerdem ist wohl mein linker Lautsprecher von Werk aus defekt, er kracht und knarzt  n├Ąmlich selbst bei kleinen Lautst├Ąrken ungeheuerlich.

W├Ąhrend der Fahrt habe ich auch noch nicht getestet, da heute morgen (genau, den Einbau habe ich gestern nacht gemacht) die Batterie (zum 2. Mal bei fast fabrikneuem Motorrad! Ok, war eine Vorf├╝hrmaschine mit 3200 km, aber das ist doch kein Alter f├╝r eine BMW) leer war.

Die Ma├čskizze f├╝r das Alublech und den Lageplan der L├Âtpunkte im Bedienteil, ggf. auch die Bestellnummern der Taster, der Stecker, der Leitung usw. kann ich bei Interesse noch liefern (siehe unten), selber nach Gutd├╝nken designen macht aber auch Spa├č!-))


Nachtrag
Nach einiger Zeit des Motorradelns mit Musik musste ich feststellen, dass die Senderwahl per Suchlauf  nicht das Gelbe vom Ei ist. Durch die Tatsache des verdeckten Einbaus des Radios ist es unm├Âglich zu sagen, welcher Sender gerade empfangen wird. Logische Konsequenz: Stationstasten m├╝ssen in die Fernbedienung integriert werden.

In bew├Ąhrter Manier (siehe Beschreibung oben) habe ich die entsprechenden Stellen im abnehmbaren Bedienteil des Radios herausgefunden, das 7-polige Kabel durch ein 9 -poliges ersetzt, ebenso die Steckverbindung durch eine 8-polige Stecker-Buchse-Kombination (diesmal musste der Steckerschirm mit zur Kontaktierung beitragen).

Die selbstgebaute Fernsteuerung habe ich komplett demontiert und ein neues Blech entworfen, das 2 zus├Ątzliche Tasten f├╝r die Stationstasten 1 und 2 des Radios aufnehmen konnte. Um das Radio auch mal ausschalten zu k├Ânnen, habe ich dann auch noch einen Ein-Aus-Schalter spendiert. (Skizze siehe unten)

Im gleichen Zug habe ich noch die beiden vorderen Kan├Ąle des Radios mit zum Bedienteil gef├╝hrt und dort zuerst auf einen 3,5 mm Stereo-Klinkenstecker gef├╝hrt, um zwei in den Helm eingelegte Kopfh├Ârer anzuschlie├čen. Hilfreich war an dieser Stelle, dass die Verst├Ąrker f├╝r die vorderen Lautsprecher nicht mit einer Leistungsstarken Br├╝ckenendstufe ausger├╝stet sind wie das bei den Verst├Ąrkern f├╝r die hinteren Lautsprecher der Fall war.

Dadurch reichten die 9 in der Steuerleitung vorhandenen Adern aus, um auch noch das NF-Signal in Stereo zur Fernbedienungskonsole zu leiten (dazu sp├Ąter mehr), weil die Masseleitungen f├╝r beide Kan├Ąle zusammengeschaltet und auch an Fahrzeugmasse angeschlossen werden konnten. Bei Br├╝ckenendstufen muss peinlich darauf geachtet werden, dass erstens die “Minus”-Leitungen der beiden Kan├Ąle nicht zusammen geschaltet werden d├╝rfen und zweitens keine der beiden “Minus”-Leitungen mit Fahrzeugmasse in Verbindung stehen darf. Ansonsten ist mit schnellem Tod der Endstufen zu rechnen, weil eine Seite der Endverst├Ąrker-“Br├╝cke” kurzgeschlossen w├╝rde.

Beim Betrieb stellte sich nach wenigen Wochen heraus, dass dieser Klinkenstecker nicht f├╝r Outdoor-Einsatz bei Wind und Wetter geeignet ist (Unterbrechungen im Sound und Kratzger├Ąusche stellten sich ein, die Stecker am Bedienteil und am Helm r├╝tteln sich lose und rutschen raus).

Ich habe umger├╝stet auf Modular-Western-Stecker wie man sie von Telefonh├Ârern kennt. Diese Stecker und Buchsen haben eine Goldauflage und sitzen durch die Verriegelung sicher im Kontakt. Diese L├Âsung hat mich zweieinhalb Jahre ganzj├Ąhrig st├Ârungsfrei mit Musik versorgt. Im Helm habe ich ├╝brigens mit Hei├čkleber ebenfalls so eine Telefonbuchse eingeklebt, um das Kabel bei Bedarf auch am Helm abstecken zu k├Ânnen. Der aufmerksame Leser wird sich sicher schon denken k├Ânnen, wie das Kabel zwischen Fernbedienung und Helm aussah... richtig, eine Telefonh├Ârer-Wendelschnur :-)

Allerdings keine Original-H├Ârerschnur, denn die haben Western 4/4 Stecker auf jeder Seite, also Stecker mit 4 Kontakten in einem Isolierteil mit ebenfalls 4 “Fugen” f├╝r die Kontakte, sondern Western 6/4 Stecker. Diese haben 6 “Fugen” und nur die mittleren 4 sind mit Kontakten best├╝ckt. Grund hierf├╝r war, dass mein Local Dealer in Sachen Elektronikteile nur 6/4er Einbau-Buchsen verkauft hat (zum Gl├╝ck auch die passenden Stecker :-)

Diese Westernstecker lassen sich mit etwas feinmotorischem Geschick mittels eines kleinen Schraubenziehers am Kabel befestigen indem man zuerst die durchsichtige “Zugentlastung” vorsichtig festdr├╝ckt, danach die einzelnen Schneid-Klemm-Kontakte in die Adern des Kabels. Die relativ teure Western-Stecker-Montage-Zange kann man sich also sparen. Knipst man die an einer Original-Telefonh├Ârerschnur befindlichen 4/4 Stecker vorher ab, erleichtert man sich die Montage der neuen Stecker ├╝brigens erheblich :-)

Der Betrieb des Radios mit Kopfh├Ârern ist weitaus genussvoller als mit den Lautsprechern in der Verkleidung und zwar nicht ausdr├╝cklich verboten, aber auch nicht erlaubt. Diesen Hinweis sollte jeder zur Kenntnis nehmen, und dann selbst entscheiden, ob der Helmeinbau notwendig ist.

Viel Spa├č beim Radioh├Âren unterwegs...

Nachtrag, Stand April 2008
Mittlerweile gibt es diese Western-Stecker-Montage-Zangen relativ preisg├╝nstig z.B. bei Reichelt, das Gefummel mit dem Schraubenzieher ist also nicht mehr unbedingt notwendig.


Nota bene
Nach Kauf eines neuen Helms hat es sich (vorl├Ąufig) ausgeh├Ârt. Der Shoei XR-800 ist durch den Windabweiser am Kinn derart dicht, dass ich keine M├Âglichkeit gefunden habe, zerst├Ârungsfrei das Kabel in den Helm zu f├╝hren. Die Polsterung ist au├čerdem so gut in der Helmschale festgeklebt, dass ich keine Stelle ausmachen konnte, an der ich die Buchse h├Ątte festkleben k├Ânnen.

Die Buchse f├╝r den Klinkenstecker am Tastaturpanel habe ich ├╝brigens auch nach Einbau der Westernbuchse eingebaut gelassen. Die Idee war, dass gegebenenfalls der Beifahrer, ausger├╝stet mit einem passend verkabelten Helm, ebenfalls h├Ątte Radio h├Âren k├Ânnen. Dazu ist es aber nie gekommen (kaum Beifahrer, und wenn, dann ohne passende Verkabelung im Helm).

Die Buchse hat aber doch noch einen sinnvollen Einsatzzweck gefunden. In jedem Sommer hat sich eine Schlupfwespe diese “H├Âhle” f├╝r ihren Nachwuchs ausgesucht, leicht am mit feinster Erde zugekleistertem Loch zu erkennen. Ob sich das Tierchen dar├╝ber im Klaren war, was es seinem Nachwuchs da zumutet... ;-)


Aktualisierung im Mai 2008
Den oben beschriebenen Einbau des Radios habe ich 1997 durchgef├╝hrt. Meine Skizzen f├╝r das Fernbedienungsblech glaubte ich bereits lange verloren, doch wie der Zufalls so spielt, bei einer Aufr├Ąumaktion auf der Festplatte eines alten Rechners fallen mir die Dateien wieder in die H├Ąnde und somit kann ich mein damals gegebenes “Versprechen“ endlich einl├Âsen.

Die Ma├čskizze wurde liebevoll als ASCII-Grafik ausgef├╝hrt, ich hoffe, die wesentlichen Details sind erkennbar.

Radio-Fernbedienung_BMW_1

Die L├Âcher f├╝r die Taster habe ich mangels 14 mm-Bohrer mit 12 mm gebohrt, dann mit der Rundfeile auf Ma├č gebracht. Dadurch hat es auch nichts geschadet, dass mir der Bohrer etwas weg gelaufen ist ;-)
Diese L├Âcher m├╝ssen 9 mm vom Rand des Blechs (Mitte des Lochs nat├╝rlich) entfernt gebohrt werden, Abstand zueinander jeweils 18 mm.

Mit dem Befestigungsloch kann dann das ganze Teil mittels M5-Schraube und Federring am Lenker angebaut werden. Das Loch sollte erst gebohrt (und angezeichnet) werden, wenn die Lasche bereits umgebogen ist (ich will ehrlich sein, ich musste das Loch noch nachbearbeiten, es hatte zum Schluss etwa 6 mm Durchmesser bis die Schraube dann in das Loch im Lenker passte).

Das Loch f├╝r die LED habe ich vorn sch├Ân entgratet, dann die LED von hinten durchgesteckt und mit den dort noch vorhandenen Graten festgeklemmt und anschlie├čend mit Sekundenkleber den Spalt zwischen LED und Blech zulaufen lassen. Dieses Loch habe ich auch erst nach dem Abkanten gebohrt, damit es beim Dengeln im Schraubstock nicht unrund wird.

Apropos Dengeln: Bitte ein St├╝ck Holz zwischen Hammer und Alublech halten, sonst sieht die Oberfl├Ąche nachher nicht mehr besonders aus. Das meiste an Fl├Ąche wird zwar von den Schaltern abgedeckt, aber um die LED herum schaut noch einiges an Material heraus.

Ein Tip zum ├ťberpr├╝fen des eigenen Geschmacks: Ich habe mir das Blech zuerst mal aus dicker Pappe ausgeschnitten und gefaltet und dieses Teil dann an den Lenker gehalten, um einen Eindruck davon zu bekommen, wie das Ganze nachher aussieht.

-----------
Hier noch die Beschreibung, welche Kabel bzw. L├Âtpunkte mittels der Taster gebr├╝ckt werden m├╝ssen, um die gew├╝nschte Funktion auszul├Âsen:
Die einzelnen Kabel sind durchnumeriert von 1 bis 5, die L├Âtpunkte im Bedienteil ebenfalls, hier von 1 bis 8. (siehe Zeichnung)

Radio_Bedienteil

Angeschlossen ist

Kabel 1

an L├Âtpunkt 8

Kabel 1 hat die Farbe :

 

2

7

Farbe :

 

3

6

Farbe :

 

4

5

Farbe :

 

5

4

Farbe :

 

Die Farben der Dr├Ąhte k├Ânnen in der Tabelle eingetragen werden, braucht man irgendwann sowieso.

Die restlichen L├Âtpunkte, die nicht mit einem Draht verbunden sind, sind ├╝ber die Leiterplatte verbunden.

Jetzt die Funktionen. Verbunden werden m├╝ssen f├╝r die Funktion...

Lauter:

Kabel 1 und 5 also

Farbe:

Farbe:

Leiser:

Kabel 2 und 3

Farbe:

Farbe:

Suchlauf hoch:

Kabel 1 und 2

Farbe:

Farbe:

Suchlauf runter:

Kabel 3 und 4

Farbe:

Farbe:

Die hier aufgeschriebenen Farben m├╝ssen dann an den Tastern entsprechend angel├Âtet werden.

Die Enden der Adern der Steuerleitung m├╝ssen auf der Seite der Fernbedienung mindestens 10 cm lang gelassen werden, damit der mit dem weitesten Weg zwischen Kabelbinderbefestigung und Taster nicht doch noch verl├Ąngert werden muss. Nach dem anl├Âten werden die Adern sauber zwischen den Befestigungszapfen der Taster verlegt und das Ganze dann mit Hei├čkleber eingesudelt, bis alles sch├Ân dicht verpackt ist.

-------------
(Nachtrag von 03/2000)
Ich versuche hier mal auf die Schnelle eine Zeichnung der zweiten Version des  Fernbedienungsbleches:

Hinweis am Rande:  Diese Zeichnung zeigt das Blech vor der Bearbeitung VON INNEN!!!
Wenn also eine der Laschen “nach vorne gebogen” wird, zeigt sie im Endzustand dann folgerichtig nach hinten.
Klar soweit, oder? ;-)
Dieser Hinweis gilt im ├ťbrigen auch f├╝r die Skizze weiter oben.

Radio-Fernbedienung_BMW_2

Einige Ma├če in der Zeichnung habe ich nur gesch├Ątzt (mit Fragezeichen versehen), da ich das Blech zum Zeitpunkt der Skizzierung (03/2000) nicht mehr zum Nachmessen vorliegen hatte. Die gesicherten Ma├če (ohne Fragezeichen) stammen aus der ersten Zeichnung.

Auf dem 45┬░-Abschnitt sitzt links neben der LED noch die Klinkenbuchse f├╝r den Kopfh├Âreranschluss (die war dann nutzlos, wie weiter oben beschrieben, diente nur noch als Schlupfwespennest (ehrlich!!)), auf dem unteren Ende der linken Lasche (die mit dem Ausschalter) habe ich sp├Ąter die Westernbuchse angebaut. Dazu mussten zwei 3 mm L├Âcher gebohrt werden, in die die beiden Nasen der Buchse passen. Die ├ľffnung der Buchse zeigt nach unten, damit Wasser ablaufen kann, die R├╝ckseite der Buchse ist mit Hei├čkleber abgedichtet.

Durch den Trick mit dem 45┬░-Abschnitt f├╝r die LED strahlt sie nicht mehr genau ins linke Auge :-)

Das untere Ende der Lasche des Ein-Aus-Schalters muss ├╝brigens so abgeschr├Ągt werden, dass es "hinter" der 45┬░-Schr├Ągen am Blech anliegt.

Der Ein-Aus-Schalter l├Ąsst sich sehr sch├Ân mit dem linken Daumen bet├Ątigen (wir erinnern uns: Das Blech ist hier von innen abgebildet und wird nachher um 180┬░ gedreht an den Lenker geschraubt).
Die beiden Stationstasten sitzen oben waagerecht.

Leider kann ich die zus├Ątzlichen L├Âtpunkte f├╝r Ein-Aus-Taster und Stationstasten auf der Bedienteilleiterplatte nicht mehr angeben, die habe ich seinerzeit nicht aufgeschrieben. Da das von mir damals verwendete Radio aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit heute ohnehin nicht mehr k├Ąuflich zu erwerben sein d├╝rfte, seht die oben stehenden Tipps einfach als prinzipiellen Machbarkeitsbeweis an :-)

 


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