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Spindel senkrecht einstellen

Wenn die FrĂ€s-Spindel nicht absolut senkrecht zur Bearbeitungsebene eingestellt ist, wird eine plan gefrĂ€ste FlĂ€che immer eine mehr oder weniger ausgeprĂ€gte Welligkeit in Form eines SĂ€gezahns aufweisen. Je grĂ¶ĂŸer der FrĂ€serdurchmesser ist, umso stĂ€rker ist dieser Effekt zu beobachten.

Die Spindel muss also so gut wie nur irgend möglich - “absolut” trifft die Sache im Kern - senkrecht ausgerichtet werden.

Am Einfachsten kann man mit einem doppelt gekröpften Draht, den man in die FrĂ€seraufnahme einspannt, erkennen, inwieweit die Spindel diesen Anspruch erfĂŒllt.

Der Draht sollte ziemlich dick und somit stabil sein, ein 3 mm dicker Kupferdraht passt prima, es wurde auch schon die Verwendung eines Schweißdrahtes vorgeschlagen. Beides passt gut in einen 3 mm Bithalter.

Achtung
Es versteht sich von selbst, dass mit eingespanntem Draht die Spindel NICHT gestartete werden darf!

Mit dem passend gebogenen Draht werden nacheinander alle RĂ€nder der BearbeitungsflĂ€che angetastet und die Spindel solange nachjustiert, bis der Abstand des Drahtendes an allen Stellen gleich groß ist. Begonnen wird an der Seite, wo der Abstand am kleinsten ist. Die Z-Achse darf nicht mehr verfahren werden, der Draht muss frei um 360 Grad gedreht werden können.

Idee: Alternativ kann mit dem Z-Sensor (Probe in SerialComCNC) die Schieflage messtechnisch erfasst werden. Dazu mit dem Z-Sensor an der höchsten Seite der BearbeitungsflĂ€che (hier ist der Abstand zwischen Draht und FlĂ€che am kleinsten) auf Z=0 fahren (UP, Use Probe). Jetzt nacheinander die anderen 3 Seiten der BearbeitungsflĂ€che anfahren, dazu jeweils per Programm die Z-Achse etwas nach oben fahren und wieder mit  Use Probe bis zum Kontakt nach unten fahren. Die Schieflage wird in Bruchteilen von mm abgelesen.
Der Trick funktioniert natĂŒrlich nicht mit dem im Futter eingespannten Draht, hier muss ein von der FrĂ€se isolierter Kontakt benutzt werden, das Ganze gestaltet sich also etwas aufwĂ€ndiger als nur optisch zu kontrollieren. Mit dem höheren Aufwand erkauft man sich aber eine bessere Genauigkeit.
Ergeben sich Abweichungen in den Messergebnissen untereinander, muss die Spindel entsprechend justiert und die Messung wiederholt werden. Dieses programmgestĂŒtzte Verfahren beschreibe ich hier nochmals genauer.

Spindel justieren - Taster links

Spindel justieren - Taster vorne

Spindel justieren - Taster rechts

Spindel justieren - Taster hinten

Nachdem der Spindelhalter durch die Überarbeitung beim Hersteller jetzt rechtwinklig ist, musste ich an anderer Stelle Blechstreifen einlegen, um die Abweichungen zu korrigieren.

Ich habe das Blech am unteren Ende des Z-Schlittens eingelegt:

Blechstreifen eingelegt

Die Pfeile im Bild markieren den sich ergebenden Spalt, ich musste fast 1 mm unterfĂŒttern, damit die Spindel senkrecht hĂ€ngt.

fast 1 mm Einlage notwendig

 

Der Spindelhalter darf natĂŒrlich auch nicht seitlich verdreht befestigt werden. HierfĂŒr gibt es keine UnterstĂŒtzung in Form von Passbohrungen oder Ähnlichem, man muss also genauso messen wie fĂŒr das Kippen nach vorne.

Wie die Justierung der Spindel mit OpenCNCPilot erfolgen kann, ist hier ausfĂŒhrlich beschrieben.

 


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